Vista di Verbania sul Lago Maggiore

Verbania: ein Garten am Lago Maggiore

Verbania, eine Stadt mit über 30.000 Einwohnern, entstanden aus dem Zusammenschluss von Pallanza, Intra, Suna und Fondotoce: Uferpromenade, Villa Taranto und eines der mildesten Klimata Italiens.

Verbania ist die wichtigste Stadt auf der piemontesischen Seite des Lago Maggiore und seit 1992 Hauptstadt der Provinz Verbano-Cusio-Ossola. Sie entstand in den 1930er-Jahren und vereint vier unterschiedliche Seelen: Pallanza, Intra, Suna und Fondotoce.

Pallanza, die elegante Seele des Sees

Pallanza ist ein altes Dorf römischen Ursprungs, wie ein Votivstein aus Marmor aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. bezeugt, der in der Kirche Santo Stefano aufbewahrt wird. Im Laufe der Jahrhunderte gehörte es Novara, den Grafen von Biandrate und den Visconti, bevor es 1535 unter spanische Herrschaft und schließlich 1743 an die Savoyer fiel. Heute bietet seine Uferpromenade, eine der schönsten am Lago Maggiore, einen Spaziergang zwischen farbenfrohen Fassaden, Arkaden und Cafés mit Blick auf den Archipel der Borromäischen Inseln. Sehenswert ist auch die Kollegiatkirche San Leonardo aus dem 16. Jahrhundert mit einem 65 Meter hohen Glockenturm und wertvollen Holzskulpturen aus dem 17. Jahrhundert im Inneren.

Intra, das authentischste Gesicht

Intra, historisch stets mit den Borromeo verbunden, bewahrt die Basilika San Vittore, ein nationales Denkmal aus dem 18. Jahrhundert, das auf einem Areal errichtet wurde, das bereits von einem Gebäude vermutlich frühchristlichen Ursprungs besetzt war. Nicht weit entfernt befindet sich das Oratorium San Remigio, ein mittelalterliches Zeugnis aus dem 12. Jahrhundert mit Resten zeitgleicher Fresken und Malereien aus dem 15. Jahrhundert.

Eine Stadt mit über 30.000 Einwohnern

Mit über 30.000 Einwohnern ist Verbania das größte Industrie- und Handelszentrum am Lago Maggiore. Seine Wirtschaft ist eng mit dem Tourismus verbunden, dank der Lage am See und der zahlreichen Gärten, historischen Villen und Naturlandschaften, die Besucher aus aller Welt anziehen, aber auch mit einer soliden handwerklichen Tradition mit lokaler Keramik- und Textilproduktion sowie einer Nischenlandwirtschaft, die vor allem auf Kastanien und Honig ausgerichtet ist. Das gemäßigte und milde Klima, das dem Schutz der Berge und der Präsenz des Sees zu verdanken ist, machte Verbania bereits ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Reiseziel und brachte ihm den Titel einer der blumenreichsten Städte Italiens ein.

Historische Villen und Gärten

Neben den berühmten Botanischen Gärten der Villa Taranto bewahrt die Stadt weitere faszinierende Villen aus dem 19. Jahrhundert, wie Villa San Remigio und Villa Giulia, deren Gärten zu den meistbesuchten Europas zählen. In der Stadt befindet sich auch das Museo del Paesaggio, das im Palazzo Dugnani untergebracht ist und Werke der lombardischen und piemontesischen Schule zeigt.

Verbania und das Hinterland des Ossolatals

Von Verbania aus erreicht man in kurzer Zeit das Hinterland des Ossolatals mit seinen Bergdörfern und Terrassenweinbergen: Eine Verkostung im Weinkeller ist eine andere Art, die Entdeckung der Region nach einem Tag an der Uferpromenade abzurunden.

Anreise nach Verbania

Verbania ist über die Staatsstraße des Simplon und die Bahnverbindungen entlang des Seeufers mit dem übrigen Piemont und der Lombardei verbunden, ebenso wie durch die Schiffe der Navigazione Laghi, die es mit Stresa, den Borromäischen Inseln und den anderen Orten am Ufer verbinden. Diese Lage macht Verbania zusammen mit dem Reichtum an Villen, Gärten und Museen zu einem idealen Ausgangspunkt für alle, die sowohl den Lago Maggiore als auch das Hinterland des Ossolatals in einem einzigen Aufenthalt erkunden möchten.

Fondotoce und die Erinnerung an den Widerstand

Fondotoce, die vierte Seele Verbanias neben Pallanza, Intra und Suna, ist auch ein symbolischer Ort der historischen Erinnerung des 20. Jahrhunderts. Am 20. Juni 1944 wurden dreiundvierzig Partisanen, die in den vorangegangenen Tagen bei Razzien im Val Grande verhaftet worden waren, genau an diesem Ort erschossen, wo sich heute die Gedenkstätte „Parco della Memoria e della Pace“ und die Casa della Resistenza befinden. Nur ein Gefangener, Carlo Suzzi, überlebte die Hinrichtung und kämpfte später erneut in den Partisanenverbänden des Valdossola. Jedes Jahr erinnert die Stadt mit öffentlichen Zeremonien an dieses Ereignis als Zeugnis dafür, wie sehr die Erinnerung an den Widerstand ein integraler Bestandteil der Identität Verbanias bleibt.

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